Den folgenden Artikel haben wir für das Onlinemagazin "Issn' Rüde!" geschrieben, der auch im Oktober 2013 veröffentlicht wurde: http://issnruede.de/dogo-argentino-superhund/

 

Dr. Antonio Martinez, der „Erfinder“ der Rasse wollte einen Jagdhund hervorbringen, der trotz seiner imposanten Statur, auch Schnelligkeit und Ausdauer mitbringen sollte. Er sollte der rauen Landschaft und den extremen Wetterbedingungen in Argentinien trotzen und für die Jagd auf Großwild eingesetzt werden.

Er hatte einen "Superhund" vor Augen als er 1925 mit nicht mal 18 Jahren mit seinem Bruder begann verschiedene Rassen zu kreuzen.

Als Basis für seinen perfekten Hund nahm Martinez den Viejo Perro de Pelea Cordobés, welcher als Nachkomme der von den spanischen Einwanderern mitgebrachten Jagd - und Kriegshunde gilt. Auch der Alano und Cane Corso haben ihren Ursprung in dieser Rasse.

Wie der Name verrät stammt diese Rasse aus Cordoba, der  Stadt nordwestlich von Buenos Aires in Argentinien.

Zu Beginn prägten der Bullterrier, der Boxer und die Englische Bulldogge die neue Rasse. Der Bullterrier war für seine Furchtlosigkeit bekannt, der Boxer für seinen Sanftmut, Zuverlässigkeit und die gute Erziehbarkeit und die Englische Bulldogge brachte den breiten Brustkorb und eine Menge Mut mit hinzu.

 

Der Irische Wolfshund wurde wegen seines ausgeprägten Jagdinstinktes und seiner Schnelligkeit eingekreuzt. Der Pointer wegen seines ausgesprochen guten Geruchssinns. Der Pyrenäische Berghund brachte neben der weißen Farbe und starken Knochen außerdem Widerstandkraft auch bei extremen Wetterverhältnissen. Alle 3 Rassen sollten die Friedfertigkeit gegenüber Artgenossen während der Jagd garantieren.


Damit war Martinez  Ziel aber noch lange nicht erreicht. Der Hund sollte ebenso mutig, ausdauernd und intelligent sein.

Der Spanish Mastiff wurde wegen seiner Kraft eingekreuzt. Um etwas an Stockmaß zu gewinnen wurden schwarz-weiß gefleckte Deutsche Doggen  eingekreuzt. Zuletzt kamen Kraft und Mut durch die Bordeaux Dogge hinzu.

Das Zuchtziel hat Mag. Dr. Otto Schimpf  in seinem Buch „Der Dogo Argentino“ sehr treffend formuliert:
„Ein stumm jagender Hund mit hoher, ausdauernder Nase, kampftriebstark, wegen des

wehrhaften Wildes, aber kein Raufer, da er mit anderen zusammenarbeiten musste, von weißer Farbe, damit er sich von seinen Gegnern abhob. Klein genug, um bullig zu bleiben und im dichten Bewuchs arbeiten zu können, aber groß genug, um schnell und stark zu sein.“

 

Im Februar 1954 wurde der erste Dogo Argentino aus Martinez Zucht registriert. Im Mai 1964 wurde er von der Argentinischen Kynologischen Vereinigung als Rasse anerkannt. Nachdem 1968 der Kynologe Erich Schneider-Leyer die ersten Dogos nach Deutschland importierte, folgte 1973 die Anerkennung durch den FCI.

Der Begründer dieser wundervollen Rasse starb 1956 bei der Wildschweinjagd. Einige behaupten sogar er wurde ermordet.

1965 wurde in Buenos Aires erstmalig ein Dogo als Schutzhund vorgeführt. Er bewies, dass die  Rasse, die ursprünglich als reiner Jagdhund angedacht war, auch als Gebrauchshund bei der Polizei, der Armee und beim Grenzschutz erfolgreich eingesetzt werden konnte. Hier sei aber jedem gesagt, dass man einem Dogo keinen Kadavergehorsam abverlangen kann.


Antonio vererbte seinen Kindern, u.a. Beatriz eine Reihe von Hunden. Sie brachten sie auf

das Anwesen „la Cocha“, südlich von Córdoba und begannen mit „del Chubut“- und „Totoral“-Linien zu züchten. In den 80er- und 90er-Jahren halfen namhafte Züchter die Blutlinien aufzufrischen. Heute züchtet Beatriz´ Sohn, Dr. Ulises d’Andrea Nores, auf La Cocha Dogos.

Mut, Tapferkeit und Edelmut – „coraje, valentia y nobleza“ sind das Markenzeichen der Rasse Dogo Argentino und das


Menschen die den Dogo als Kampfhund betiteln, sollten sich mal vor Augen führen, dass eine Jagd in einem gleichgeschlechtlichen Rudel sicher nicht möglich wäre, wenn die Hunde zu übersteigertem Aggressionsverhalten neigen würden. In Argentinien wird der Dogo auch heute noch zur Jagd auf Großwild, hauptsächlich Wildschweine und Pumas eingesetzt.

Der Dogo ist im Laufe der Zeit zu einem beliebten Familienhund avanciert und alle Rassekenner und -liebhaber wissen ihn seiner absoluten Loyalität wegen sehr zu schätzen.
Der heutige Dogo ist ein eigenständiges Wesen mit einem starken Charakter und einem absoluten Dickkopf. Man muss sich dieser Aufgabe gewachsen fühlen und sehr konsequent in der Erziehung sein, sonst können sie einem auch schon mal auf der Nase rumtanzen. Druck und Härte sind beim Dogo völlig fehl am Platz.

 

Trotz ihrer Größe und ihrem kräftigen Körperbau sind Dogos sehr sanftmütig, verspielt und kinderlieb.

Doch jeder der sich einen Dogo anschaffen möchte, sollte nicht vergessen dass es sich um einen Jagdhund handelt. Bei einigen Dogos ist der Jagdtrieb sehr ausgeprägt, bei anderen weniger. Der Jagdinstinkt ist und bleibt aber ein sehr signifikantes Rassemerkmal, welches man auch nicht durch aberziehen beseitigen kann. Es gibt heute viele Auslastungsmodelle in denen man Jagdtrieb umleiten kann und genau diese Arbeit sollte jeder einplanen. Ein Dogo möchte ausgelastet werden und ist sicherlich kein Hund der in der Familie einfach nur nebenher läuft.

Richtig ausgelastet kann ein Dogo ebenso in einer Wohnung wie in einem Haus gehalten werden.

Allerdings ist ein Dogo sehr sensibel und nicht für Zwingerhaltung geeignet.

 

Die ersten Lebenswochen  sind beim Dogo besonders wichtig für sein ganzes Leben, das sollte unbedingt bei der Züchterauswahl bedacht werden.

 

Bevor Sie einen Züchter aufsuchen, wenden Sie sich doch an Dogo Argentino in Not e.V., falls auch eine Tierschutzseele in Frage kommt. Dort bekommen Sie Hilfe bei der Suche und Adressen von Tierheimen in denen Dogos auf ein Zuhause warten.